Bildstrecke: Die Abstraktion vom Konkreten von REINHARD SIEDER

REINHARD SIEDER gibt mit seinem Beitrag Einblick in die Produktionsbedingungen der Bildstrecke dieser Ausgabe der ZUKUNFT, die in der nächsten Ausgabe 04/2021 verlängert werden wird …

Die Arbeit an den hier vorgestellten Bildern beginnt mit der Spachtelung von feuchtem Gips auf einer Leinwand. Dies erzeugt eine plastische Strukturierung und stärkt die Leinwand, die noch einiges über sich ergehen lassen wird. Gesso, Acrylfarben, Kohle oder Pastellkreide werden auf feuchtem Grund aufgetragen. Zuweilen (etwa im Bild Blauer Buchstabe) tropfe ich Acrylfarben direkt aus der Tube oder Dose auf den feuchten Untergrund.

Mit Spachteln, Messern und Pinseln schiebe ich Farben ineinander, die zu einem Teil von der feuchten Gipsmasse aufgesogen werden und ihre Penetranz verlieren. Es entstehen satte und halb transparente Farbflächen und zahllose Übergänge zwischen Farben, deutlich im Bild Gold & Blau. Durch das Verkanten der Spachtel gravieren sich Wellen und Linien in Farbenflächen ein. Es ist ein Spiel zwischen den Schichten, Formen und Farben, das teils beabsichtigte, teils unerwartete Effekte erzeugt. Ich nenne diese Technik pure painting, da im herkömmlichen Sinn weder gezeichnet noch eine gedachte oder vorgezeichnete Skizze ausgemalt wird.

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Die gesamte Bildstrecke und der vollständige Beschreibungstext des Künstlers finden sich in der gedruckten Ausgabe der ZUKUNFT 03/2021 mit dem Schwerpunktthema >Polarisierung(en)<.